Barb Wire Dolls zerlegen den Menschenzoo

    Mit enorm viel Power ließen die „Barb Wire Dolls“ den „Menschenzoo“ auf St. Pauli bei ihrem Konzert am 21.10.2016 beben. Als Support wußten die Engländer „Shit Present“ mehr als zu überzeugen.

     

    Shit Present sind die Überraschung des Abends

    Kurz nachdem ich hörte, dass der „Menschenzoo“ an seiner Kapazitätsgrenze angelangt war, betraten „Shit Present“ die Bühne. Optisch unscheinbar und vollkommen unspektakulär, holten sie dafür einen musikalischen Hammer raus und fegten mit tollem Songwriting und einer erstaunlichen Rockröhre alle Vorurteile weg, die man gegenüber einer Supportband haben kann. 45 intensive Minuten später war auch der letzte Gast davon überzeugt, dass es sich gelohnt hatte dieser Band eine Chance zu geben. In der ersten Reihe konnte ich ein Gespräch zwischen zwei jüngeren Gästen verfolgen, dass sinngemäß so verlief: „Alter, ich hab mir gerade die CD und die Vinyl gekauft …“ – „Echt? Cool!“ – „Ja Mann, bin zwar fast peite aber ist mir egal. Das lohnt.“ Ich würde glatt behaupten das war ein riesen Kompliment an diese tolle Band. Ihre EP Shit Present* ist toll und die 4,99 mehr als wert!

     

    Barb Wire Dolls sind sehens- und hörenswert

    Das die „Barb Wire Dolls“ mit optischen Reizen nicht geizen dürfte hinlänglich bekannt sein. Auf der Bühne toppen sie jedoch alles, was ich von ihnen an Bildmaterial gesehen habe. Zwei riesige Kerle an Gitarre und Schlagzeug, zwei wilde Frauen an Bass und Gitarre und Isis Queen, die sexy Powerfrau. Wild, laut und unantastbar. Ich finde es gibt einfach zu wenig Frauen in der Rockmusik. Es wundert mich nicht, dass Lemmy die Band noch persönlich in sein Label geholt hat. Die „Barbwire Dolls“ sind eine starke Hardrock Band, die gekonnt mit den Klischees spielt. Es mag Leute geben, die den Auftritt der doch eher leichtbekleideten Musikerinnen in der Band als sexistisch oder niveaulos bezeichnen würden. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Sie spielen mit den Klischees und haben eine gigantische Power. Was für eine tolle Show.
    Dabei kommen sie abseits der Bühne sehr sympathisch rüber. Hinter den Kunstfiguren, die da auf der Bühne stehen sind echte Menschen.
    Derzeit präsentieren die „Barb Wire Dolls“ ihr aktuelles Album Desperate*, dass auf „Motörhead Music“ erschienen ist. Reinhören und am besten gleich kaufen. Egal in welcher Form.

     

    Umwerfender Sound im Menschenzoo

    Die Hitze in dem kleinen Kiezladen war gegen Ende des Konzertes so hoch, dass das Wasser fast von der Decke tropfte und meine Linsen beschlugen. Was auf jeden Fall sehr zu der tollen Stimmung beigetragen hat und auch unbedingt erwähnt werden muss, ist die Arbeit des Tontechnikers Norman. Was er in dem kleinen Raum doch verhältnismäßig geringen Mitteln und Möglichkeiten für einen Sound zaubert, ist absolut erstaunlich. Beide Daumen hoch und weiter so! Die Qualität der Konzerte im „Menschenzoo“ steigt stetig. Ich denke wir dürfen gespannt sein, was da noch so auf uns zu kommt.

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