Die Mimmis feiern mit Punk in den Karneval

Es ist mal wieder soweit, weite Teile Deutschlands befinden sich Ausnahmezustand. Die Jecken sind los. Bevor es jedoch richtig losgeht veranstalten „Die Mimmis“ das alljährliche Punk in den Karneval Konzert im „JAB“ in Düsseldorf. In diesem Jahr hatten sie das „Glory Halleluja Terzett“, „Die Abstürzenden Brieftauben“ und „Rantanplan“ eingeladen, um den Düsseldorfer Jecken kräftig Feuer unterm Hintern zu machen.

 

Von der Unterführung über die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt auf die Bühne des JAB

Das „Mighty Halleluja Terzett“ ist ein lustiges Rheinländer Trio, dass mit Akkordeon und Westerngitarre wirklich hörenswerte Coverversionen zum Besten gibt. Im letzten Jahr hatten sie beim „Saufen für die Robben“ im Zuge der „Rock ’n‘ Roll Butterfahrt“ einiges an Spenden für die liebenswerten Meeressäuger eingespielt. Am Mikrofon rockte Siggi Sanders von der Butterjugend herrlich übertrieben über die Bühne. Nebenbei gab es vorne an der Bühne Kölsch mit Klosterfrau Mellissengeist. Es ist schon recht mutig bzw. leichtsinnig Kölsch mit nach Düsseldorf zu bringen aber die Mischung kam offensichtlich gut an. Jedenfalls wurde auf sechs Flaschen Kölsch der komplette Melissengeist verbraucht. Das klingt nach einer fiesen Mischung, von der ich aus Sicherheitsgründen dann dankend Abstand genommen habe. Das JAB war um 18:30 schon sehr voll und das fröhliche Trio wurde sehr herzlich aufgenommen und gefeiert. Ein sehr angenehmes Aufwärmprogramm war das.

Angeschlagene Brieftauben mit Verstärkung

Das Taubenjahr fing ganz schön scheiße an. Micro kann seit Wochen nicht mehr Gitarre spielen. Er laboriert an einem Tennisarm und hat sich den Mittelfinger seiner linken Hand verletzt. Diese Kombination ist natürlich für einen Gitarristen dann doch ein wenig hinderlich. Aber für den Punk in den Karneval haben sich „Die Abstürzenden Brieftauben“ etwas einfallen lassen. Olli, der normalerweise seine herrlich infantilen Kommentare von seinem Platz hinterm Schagzeug aus zum Besten gibt, durfte die Gitarre malträtieren. Und am Schlagzeug nahm dafür ein Kollege Danny T der Band „Durstig“ platz. Olli nutzte die Bewegungsfreiheit mehr als aus und wirbelte, wie von der Tarantel gestochen über die Bühne. Micro fühlte sich ohne seine Gitarre doch sichtlich unwohl. Dennoch feierten die Abstürzenden Brieftauben kräftig mit ihren Fans. Die Jungs lassen immer noch einen derartigen Dünnsinn ab, dass es schon wieder Klasse hat und machen auch angeschlagen Spaß. Zwar haben die Tauben einen gebrochen Flügel, stürzen deshalb aber noch lange nicht ab. Ich freue mich schon auf ihren Besuch in Hamburg und auf das neue Album, dass schon in der Pipeline ist. Es war wieder eine wunderbare Zeitreise zurück in die Schulbuszeiten.

Die Mimmis Rocken auch ohne Nicki am Bass

Die Hannoveraner waren nicht die einzige Band, die leicht lädiert auf der Bühne stand. Auch „Die Mimmis“ konnten nicht in Topbesetzung auflaufen. Nicki konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht Bass spielen und hütete das Bett. Also war zu Fabsis linken ganz schön viel Platz. Diesen durfte er dann auch schön ausnutzen. Wobei andauernd irgendwelche Sesselpuper genau dort auf der Bühne saßen, lagen oder meinten auf der Bühne zu tanzen. Diese Jungs waren allerdings um 18 Uhr schon derartig abgefüllt, dass die eh nichts mehr merkten. Ein herrliches Beispiel dafür, wie man nicht feiert. Die Bühne ist ein denkbar beschissener Ort um sich auszuruhen.
Da die „Brieftauben“ ein etwas verkürztes Set hatten, spielten „Die Mimmis“ dafür ein wenig länger und nahmen sich viel Zeit für Faxen und Annekdoten. Es wurde fleißig gepogt und eine Bierdusche nach der Anderen regnete auf das Publikum hinab. Und da die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt“ immer präsent ist, durfte auch Tobi von den Raketen (Die letztjährigen Gewinner des legendären Piraten 5-Kampfes) für einen kleinen Gastauftritt auf die Bühne, mitsingen und beim Song „Dosenbier“ selbiges fleißig verteilen.
Schlußendlich rockten „Die Mimmis“ die Bude kräftig auch ohne die schmerzlich vermisste Nicki am Bass.

Die Sturmtruppen von der Reeperbahn geben alles

Zum Abschluss kam dann auch endich mal eine Band mit einem Bassisten. Die Hamburger Ska Punk Band „Rantanplan“ durften mit einer schweißtreibenden Show die Jecken nach Hause schicken. Die als Sturmtruppen aus der Star Wars Galaxie verkleideten Kiezrocker brachten die Menge sehr schnell zum Kochen. Es war ohnehin schon unfassbar heiß im JAB. „Rantanplan“ legten problemlos noch ein paar Grad oben drauf. Da wird auch die Posaune zur Luftgitarre, wenn sie gerade keinen Einsatz hat. Das Blechblas Duo hatte eine ganz eigene Dynamik auf der Bühne. Sie tobten ganz untypisch über die Bühne und feuerten das Publikum kräftig an. Eine sehr coole und sehr professionelle Show. Die Hamburger Jungs haben sich da wirklich einiges einfallen lassen um tolle Unterhaltung zu bieten. Sie fuhren ein hohes Tempo und genossen die Hitze im Saal. Vom ersten bis zum letzten Ton bedeuten „Rantanplan“ Spaß.

Das JAB Team sorgte für einen reibungslosen Ablauf

Das JAB hatte auch mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut um einen guten Abend zu ermögichen. Eine kleine Armada an Bühnentechhnikern, Securities und Tresenkräften sorgten für einen reibungslosen Ablauf vor und hinter den Kulissen. Im nächsten Jahr geht es bestimmt wieder und beim Punk in den Karneval.

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