Die Groovemaschine The Graveltones im Molotow

The Graveltones“ haben am Montag Abend den 20.02.2017 das Molotow in Stücke gerockt. Auch die „Scarletinas“ überzeugten als Support mit ihrer Rock ’n‘ Roll Show.

 

Scarletinas: zwischen den 70s und den Foos

Der Support des Abends hatte es zugegebenermaßen nicht leicht. Es war ein verregneter Montag Abend und zu beginn der Show war das Molotow gerade einmal halb gefüllt. Schade eigentlich, denn die „Scarletinas“ hatten einiges zu bieten. Vier Junge Männer betraten die in tiefrotem Licht getauchte Bühne. Schlaghosen, zu kurze T-Shirts, gelbe Sonnenbrille und lange, bzw. sehr lockige Haare. Irgendwie hätten sie auch direkt aus der Fernsehserie „Die wilden 70er“ auf die Bühne hechten können, wenn sie nicht kein Stück lächerlich ausgesehen hätten. Im Gegenteil, ihre Show war voller Elan und bis in in den letzten Akkord auf Vollgas Rock abgestimmt. Alles passte, vom Styling bis zum Können an Instrumenten. Was die „Scarletinas“ da präsentierten war eine perfekte, energiegeladene Rock ’n‘ Roll Show. Die interessanten Arrangements wurden mit viel Leidenschaft und auf den Punkt durchgezogen. Auch wenn ich mich immer ein wenig an die „Foo Fighters“ erinnert fühlte hatten sie doch ihre eigene Handschrift, was nicht zuletzt auch an der hervorragenden Gitarrenarbeit von Dan Williams lag, der immer wieder gekonnt seine Gitarre mit singenden Delays durch den musikalischen Raum fliegen lies.

Ihre Debut Single Walking on Water ist auf jeden Fall eine Empfehlung. Wenn die nur halb so gut ist, wie der Eindruck, den sie an diesem Abend im Molotow hinterlassen haben, dürften Rockmusikfans voll auf ihre Kosten kommen.

 

Die Graveltones legten den Groove Hebel um

Der eine oder andere Gast kam noch zu dem sehr gemischten und erstaunlich zurückhaltendem Hamburger Publikum hinzu, bevor „The Graveltones“ die Bühne betraten und alle Regler auf 11 stellten. Und glaubt mir, Jimmy O und sein Kollege Mickey Sorbello machen keine Gefangenen, wenn es darum geht ihre Vorstellung von Blues und Rock ’n‘ Roll bis zur Ekstase auf der Bühne zu performen. Was für ein Feuerwerk!
Ich muss zugeben, ich war seit sehr langer Zeit vom Blues weggekommen. Zu oft hatte ich überbewertete Bluesgitarristen auf allen möglichen Bühnen gesehen, deren Band von den ewig gleichen 12 Taktern derart gelangweit sind, dass sie beinahe schlafend von der Bühne fallen. Und dann kamen „The Graveltones“ um die Ecke und brachten den Groove, den Dreck, den Schweiß und die bedingungslose Leidenschaft mit. Technisch höchst anspruchsvoll und mit vollem Körpereinsatz legte das Duo los. Eine absolute Groovemaschine. Mickey spielt sein Schlagzeug mit Hingabe, Härte aber auch verspielter Finesse und einem verschmitzten Lächeln. Jimmy O an der Gitarre ist ein Virtuose, der derartig in dem Groove seines Kollegen aufgeht, dass man zwischendurch schon fast Angst um seine Finger bekommt. Er hämmert geradezu in die Saiten, wenn es der song erfordert prügelt er auf seine Gitarre ein. Dabei singt er sich die Seele aus dem Leib und tanz und rockt über die Bühne. Bemerkenswert ist auf alle Fälle die Kommunikation auf zwischen den beiden Musikern. Da sprühen förmlich die Funken. Wenn die beiden sich beim spielen in die Augen schauen, wird es intensiv. Das war geil!
Für den letzten Song legte Jimmy seine Gitarre ab und begab sich mitten ins Publikum um den letzten Song ohne Mikrofon mit allem, was er noch an Kraft hatte aufzuführen. Mickey drosch mit vier Sticks in einer Hand auf seiner Snare einen langsamen aber erschreckend, intensiven und bösartigen Takt. Mit „I’ll be glad when your dead“ schickten uns „The Graveltones“ mit einer Gänsehaut nach Hause.

Mit Love Lies Dying haben „The Graveltones“ derzeit ein absolutes Knaller Album am Start und man sollte auf jeden Fall mal reinhören!

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