Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0: Tag 2

Der 2. Tag unserer wunderschönen Butterfahrt stand erst einmal im Zeichen eines Sturmes, dem der Piraten-5-Kampf zum Opfer fiel. Die Crew musste mit relativ hohem Aufwand das komplette Gelände sichern und das Bühnendach absenken. Es war saukalt und scheiß windig.

 

Strand putzen mit Moped

Dem Sturm trotzend hatten sich 10 tapfere Leute zusammen gefunden, um mit Captain Moped den Stand zu putzen. Moped ist zwar nach der Hälfte des Weges dem Rum zum Opfer gefallen, dass hat aber den Rest der Gang nicht davon abgehalten, weiter zu machen. Allen voran kämpfte dabei unser lieber Charles, der komplett durchgehalten hat. Das war eine super Leistung! Vielen Dank an alle, die beim Aufräumen geholfen haben.

 

Ohne 5-Kampf dafür mit viel Wind

Mit etwa einer Stunde Verspätung konnte das Konzert endlich beginnen. Es hatten sich schon viele ungeduldige Piraten angefunden, um den Drangdöwels beim Rock op Platt zuzuhören und dem scharfen Wind die Stirn zu bieten. MacPiet und seine Kollegen machten es allen leicht, sich warm zu tanzen. Das Wetter war zwar um Längen besser als noch 2 Stunden zuvor, es war aber immer noch bitterkalt und sehr windig. Aber echte Piraten lassen sich von ein bisschen Wind schließlich nicht den Spaß verderben.

 

Mit Bier, Bonekamp und Helgolandhymnen

Mit den Fro-Tee Slips kam ein weiterer Klassiker auf die Düne. Zum dritten Mal duften sie die Bühne mit Meerblick entern. Speziell zu diesem Anlass haben die Wiederholungstäter eine Helgoland CD aufgenommen und natürlich mitgebracht. Das traf genau den Geschmack der Piraten. Mit Bier, Bonekamp und Helgolandhymnen ließ es sich gut aushalten, denn die Fro-Tees liefern immer eine klasse Show ab. Zum Butterfahrt Jubiläum durfte auch noch ihr ehemaliger Bassist Naie eine Runde in seinem Piratenoutfit über die Bühne rocken. Er hat nichts verlernt und bereicherte die Show der Flensburger noch einmal deutlich.

 

Südamerikanische gute Laune bei ungewohnten Temperaturen

Wie schon in den Jahren zuvor bekamen wir internationalen Besuch. Zona 84 aus Argentinien schwangen die große Punkrock Keule mit viel Energie und Spaß, wie sich das für eine argentinische Punkband gehört. Ohne Pausen und Schnörkel trotzten sie den ungewohnten Temperaturen mitten in der Nordsee und südamerikanische gute Laune machte sich breit. Habe ich schon erwähnt, dass es kalt war? Vor unseren Campern kann man nur den Hut ziehen. Der schneidende Wind trug die tolle Musik quer über den kleinen Sandhügel vor Helgoland. Mit Bierchen, Rümchen, Glühwein und Punkrock wärmten sich die Piraten regelmäßig  auf und erfreuten sich am klasse Programm dieses kühlen Abends.

 

Gedenkstunde für Wölli

Bevor die Mimmis ihr alljährliches Spektakel abfeuerten, machte Fabsi erst einmal eine sehr emotionale Ansage. Vor einigen Tagen war ein Freund des Hauses nach langer Krankheit von uns gegangen. Wölli, der ehemalige Schlagzeuger der Toten Hosen, gehörte eigentlich schon immer dazu. Ich hatte selbst die Freude, ein paar mal mit ihm Bier zu trinken. Fabsi spielte für uns einen unveröffentlichten Song, in dem Wölli das Leben feiert. Das war mit Sicherheit der emotionalste Moment dieses Wochenendes. Da kullerten Tränen, wo man hin sah und die Piraten waren so still, dass man eine Stecknadel in den Sand hätte fallen hören. Ich danke euch für diesen Moment. Das war großes Tennis. Wölli bekommt selbstverständlich auch eine Plakette auf der Erinnerungsstätte, die dieses Jahr auf dem Friedhof der Namenlosen errichtet wird. Im Anschluss spielten die Mimmis ihr Set in gewohnter Manier ab und es wurde – wenn auch etwas wehmütig – weiter gefeiert.

 

Irischer Punkrock im T-Shirt

Echte Iren lassen sich von ein bisschen kaltem Wind offensichtlich nicht aus dem Konzept bringen. The Outcast brachten eine klasse Show mit. Auf dem Gelände war es mittlerweile extrem eng und in den ersten Reihen vor der Bühne pflügten pogende Freibeuter durch den Sand und duschten mit Bier. Das war mal was. Ich hoffe mal, dass diese tolle Band sich nicht den Tod geholt hat. Auf der Bühne weht nämlich noch einmal ein anderer Wind als unten im Publikum, wo ja quasi in der ganz großen Gruppe gekuschelt wird.

 

Die Dritte Wahl zum Dritten

Zum dritten Mal durfte die Dritte Wahl bei uns spielen. Sie hatten sich die Butterfahrt extra in ihrem Terminkalender freigehalten und die Vereinsmitglieder hatten sie mit Abstand zur beliebtesten Band gewählt und sich die Rostocker auf die Bühne zurück gewünscht. Diese bedankten sich mit einem ganzen Sack voll neuer Songs von ihrem aktuellen Album „Geblitzdingst“. Das hatte ich vor einiger Zeit schon einmal rezensiert und für exorbitant gut befunden. Und für alle, die behaupten, dass die Dritte Wahl mittlerweile so derbe poppig geworden sind, hatte sie noch einige Klassiker aus den Neunzigern im Gepäck. Die Neubesetzung am Keyboard erwies sich auch als positiv. Zusätzlich spielte der Kollege auch noch die zweite Gitarre, was den Sound noch mal deutlich dichter machte. Die Dritte Wahl ist und bleibt ein ganz großer Live Act, der es immer wieder schafft, sich neu zuerfinden und dabei den eigenen Sound dennoch nicht zu verlieren. Super coole Jungs sind das noch obendrein. Wer schon mal das Vergnügen hatte, mit ihnen zusammen zu arbeiten, weiß wie professionell und korrekt sie arbeiten. Für mich ist es immer wieder eine Freude, Gunnar und Co. zu sehen. Sie sind der lebende Beweiß, dass Rostocker nicht nur für negativ Schlagzeilen beim Fußball sorgen.

 

Danke an die tolle Crew

Zum Schluß möchte ich noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an die Leute aussprechen, die sich so sehr den Hintern aufgerissen haben, um das Gelände zu sichern und dafür gesorgt haben, dass alle weiterhin ein schönes Fest feiern konnten, ohne Verletzte und sonstige Zwischenfälle. Die Stimmung war wieder fantastisch, auch wenn man mir das manchmal nicht so angesehen hat. Das ist einfach die Anstrengung. Aber alle, die hier arbeiten machen einen tollen Job und lachen Wind und Wetter ins Gesicht. Heute gehts weiter. Das offizielle Kinderfest und die Steinsetzung auf dem Friedhof der Namenlosen stehen noch vor dem letzten Konzerttag auf dem Programm.

 

 

2 Kommentare auf “Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0: Tag 2

  1. Nächstes Jahr bin ich aber dabei. Verdammt nochmal!
    Jetzt trink ich erst mal einen Rum auf alle Piraten auf der Düne!
    Haut rein.

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