Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0 Tag 3

So ihr Lieben Piratinnen und Piraten … Ich würde euch jetzt gerne noch den Bericht vom letzten Tag der Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0 präsentieren … kann ich aber nicht. Die Minigolfer, unsere Nachwuchspiraten, die Bands, die Sonne und die Aftershowparty mit Fabsi haben ein paar kleine Spuren hinterlassen. Ich werde es morgen nachholen, wenn ich wieder Worte in halbwegs sinnvoller Reihenfolge auf den Bildschirm bringen kann.

Aber so viel sei schon mal gesagt: Der Kinder Piraten 5-Kampf ist das coolste Event, dass wir bisher auf der Düne hatten. Die Bands waren super geil, die Crew natürlich auch und ihr Piraten habt mir so viel Freude bereitet, dass die Kälte und Anstrengung vom Vortag wie weggeblasen war. Ihr seid einfach die tollsten Konzertgäste, Festivalbesucher, Rock ’n‘ Roller, Piraten und Durchgeknallten, die man sich vorstellen kann.

Was nachts noch auf dem Anleger los war, erzähle ich euch morgen Abend. Ich denke, die Bilder werden aber schon eine Menge verraten. Viel Spaß beim durchklicken!

Wer noch einen GÄSTEBUCHEINTRAG nachreichen möchte, kann das gerne per Mail machen oder hinterlässt einfach einen Kommentar unter der Bildergalerie mit dem Vermerk „Gästebuch“. Die werde ich dann ebenfalls gerne noch mit ins Buch reinbasteln. Ich habe schon kurz in die Gästebücher reingeluschert. Ihr habt so tolle Sache da reingeschrieben, das wird eine Freude, alles zu entziffern.

 

Und jetzt kommt der versprochene Bericht:

 

Der gemeine Ornithologe beobachtete schräge Vögel

Ganz offensichtlich mag die Sonne minigolfende Piratenpunker und deren Nachwuchs. Um Punkt 13 Uhr trafen unsere Butterfahrer scharenweise auf dem Minigolfplatz ein und sorgten dafür, dass auch die letzte pfandfreie Palette mit Astra Dosen in Rekordzeit über den Tresen ging. Das bunte Treiben in der mittig auf der Düne gelegen Arena sorgte, wie jedes Jahr, für erstaunte Blicke seitens einiger Pauschaltouristen. Der gemeine Ornithologe hatte an diesem Tag mal wieder die Gelegenheit, die stetig wachsende Population von schrägen Vögeln auf Helgoland zu beobachten und zu fotografieren. Was diese seltene Spezies ein Mal im Jahr auf die Düne zieht, wird den Vogelkundlern aber wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

 

Der große Kinderpiraten 5-Kampf

Leider konnte ich nicht bis zum Schluß bleiben, da es sich zeitlich knapp mit unserem ersten öffentlichen Piratenkinderfest überschnitt. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Im letzten Jahr war dieses noch exklusiv den Kinder des Helgoländer Kindergartens vorbehalten. Und es waren wirklich viele Kinder da. Das Kinderfest war mein persönliches Highlight dieser Butterfahrt. Nachdem Fabsi unsere Nachwuchspiraten über das Gelände geführt und ihnen die Funktionsweise unserer Dixiklos (aka Hummerbuden) ganz genau erklärt hatte, durften Dose von den Fro-Tee Slips und Onkel Naie mit den Kids „Eisgekühlte Apfelschorle“ und das Piratenlied singen. Dann war es wieder an Tim von der Seehundstation Nationalpark-Haus, den Kleinen lauter interessante Dinge über Robben zu erklären – natürlich mit tatkräftiger Unterstützung von der Robbe Fabsi, die Flüssigkeit durch einen Trichter eingeflößt bekam und sich an einem schönen Bismarkhering satt essen durfte. Aber das war noch nicht alles! Den Erwachsenen war in diesem Jahr der Piraten 5-Kampf wegen des Sturms verwehrt geblieben, unseren Milchzahnpiraten war das Wetter wesentlich milder gestimmt. Bei strahlendem Sonnenschein und einer sanften Brise fand der Kinderpiraten 5-Kampf statt. Es wurde ein Tauziehen veranstaltet, über Planken balanciert, nach Schätzen gegraben (Getränketüten), Sandburgen gebaut und mit kleinen Sandsäcken um ein Gerippe (aka Punkfred, unser im letzten Jahr geschlagener Titan am Lebertran) herum gerannt. Es war wirklich ein Bild für die Götter. All die Anstrengungen vom Vortag, die Kälte, der Muskelkater, der andere Kater und was man sonst noch so alles für Wehwehchen hatte, waren vergessen.
Nachdem die Kinder ihre Piratenmedallien bekommen hatten, kam noch einer unserer Sanitäter auf die unglaubliche Schnapsidee, eben schnell mit Captain Morgan (Onkel Naie) und ein paar neugierigen Robben schwimmen zu gehen.

Falls ihr euch wundert, warum keine Bilder vom Kinderfest in der Galerie zu finden sind: Das liegt einfach daran, dass Bilder von Kindern nicht einfach im freien Internet geteilt werden sollten. Wir werden eine extra mit Passwort gesicherte Seite für alle Eltern einrichten, damit sie Bilder sichten, herunterladen und gegebenenfalls für den Bildband freigeben können. Darum habt bitte Verständnis dafür und ein wenig Geduld. Wir arbeiten dran.

 

Fuzzy Vox spielten im Sand

Schon bald war es dann endlich Zeit für die erste Band des Abends. Fuzzy Vox aus Frankreich hatten die Aufgabe dafür zu sorgen, dass den Butterfahrern in ihren dicken Jacken so richtig warm wurde. Nach wenigen Songs hatten sie alle Frühankömmlinge auf ihrer Seite und vor der Bühne. Der Höhepunkt der fulminanten Show dieses jungen Garagenrocktrios kam, als alle Drei im Sand vor der Bühne spielten. Na gut, der Schlagzeuger hatte eigens dafür eine kleine Trommel bereit gelegt, damit er nicht das komplette Drumset in den Sand werfen musste.

 

Die Holländische Punkrockmaschine Bambix durfte als nächste die Düne mit ihren schönen Melodiebögen und Powerchords beschallen. Mit viel guter Laune und Bier lockten sie die immer zahlreicher erscheinenden Zuschauern vor die Bühne, wo diese fleißig den Sand singend und tanzend derart komprimierten, dass man das Festivalgelände beinahe als Fundament hätte nutzen können. Das Trio war schon bestens aufgelegt auf dem roten Felsen angekommen und gab die tolle Stimmung und den warmen Empfang wieder dem Publikum zurück.

 

Sonne, Meer und Klassentreffen

Vor dem Gelände lagen derweil duzende Festivalbesucher im Sand und genossen die Sonne und das Meer, während sie entspannt den Klängen vom Gelände lauschten. Es war herrlich warm und das Meer wurde nur durch ein laues Lüftchen leicht bewegt. Die meisten jedoch genossen das Klassentreffen, lagen sich in den Armen, erzählten sich all die Sachen, die man im Laufe des Jahres erlebt hatte und futterte kühles Bier, Nackensteak und die ausgesprochen gut gelungene Nudelpfanne (Es gab zum ersten Mal Pesto statt „Fantasia“-Nudelpfanne und zwar jeden Tag ein anderes!) Das Orga-Team hatte einige der Verbesserungsvorschläge und -wünsche der Vereinsmitglieder umsetzen können, was für große Freude sorgte.
Bevor die Walter Elf ihren Auftritt hatte, wurde zunächst einmal die alljährliche Versteigerung für die Aktion Piratenherz abgehalten. Unser lieber Charles, ohne den es die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt überhaupt nicht geben würde, steuerte ein selbst gemachtes Butterfahrt 10.0 Bild bei. Der handgedengelte Helgoland Open Minigolf Wanderpokal aus der Werkstatt von „Moped Möbel“ wurde zum ersten Mal verliehen. Mit 36 Schlägen lag der Sieger nur 10 Schläge über dem Bahnrekord! Auch Tim von der Seehundstation Nationalpark-Haus durfte sich noch einmal persönlich bei den Butterfahrern für die vielen Spenden bedanken.

 

Mit Fußballhymnen in den Sonnenuntergang

Die Walter Elf ließ das inhaltliche Niveau zwar ein wenig sinken, dem Spaß und der klasse Musik tat dies allerdings keinen Abbruch. Es war ein Auftritt mit extrem hohem Spaßfaktor. Der eigentliche Schlagzeuger war leider sehr kurzfristig erkrankt (Gute Besserung!), was die Truppe dazu zwang, beziehungsweise was sie nutzten, um alle paar Songs einfach jemand anderen ans Schlagzeug zu setzen. Von den Bandmitgliedern bis zu Plüschi, unserem Bühnenmeister, durfte jeder mal ran. Im Chor sang die Band mit dem Publikum „Fabsi ist scheiße!“ während Captain Fabsi dazu abrockte, als gäbe es kein Morgen mehr.

 

Die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt der Emotionen

In diesem Jahr war das größte kleinste Festival der Welt hochemotional. Am Vortag hatte Fabsi mit brechender Stimme und Tränen in den Augen seinem Freund und Kollegen Wölli gedacht, der nur wenige Tage zuvor von uns gegangen war. An diesem Tag wurde vielen Menschen gedankt, die sich durch ihren privaten Einsatz tief mit der Rock ’n‘ Roll Butterfahrt verbunden hatten. Der Verein hatte jeder Gruppe eine eigene Piratenflagge entworfen. Als die Sprache auf den Findling kam, den unser lieber Flens mit, wenn ich das richtig mitbekommen habe, einer weiteren Person auf den Friedhof der Namenlosen gehievt hatte, kullerten wieder Tränen der Rührung. Die Gemeinde Helgoland hat es möglich gemacht, diese Gedenkstätte für die Butterfahrer, die von uns gegangen waren. zu errichten. Solche Momente sind es, die diese unfassbare Veranstaltung so einzigartig machen. Ich werde in den nächsten Monaten mal rüber schippern und ein paar vernünftige Bilder machen. Das war während des Festivals einfach nicht drin.

 

Ein norwegisches Powerpop Feuerwerk

Die Yum Yums warteten geduldig, bis alle ihre Fahnen abgeholt hatten. Kaum durften sie loslegen, brannten sie ein wahres Powerpop Feuerwerk ab. Die Norweger machten so viel Stimmung, dass die Tränen in kürzester Zeit getrocknet waren und kräftig das Tanzbein geschwungen wurde. Backstage trafen sich immer mehr Musiker, um Erfahrungen auszutauschen und ein Bierchen zu trinken. Einige waren das gesamte Wochenende geblieben, wie zum Beispiel Gunnar von der Dritten Wahl, der dick eingepackt und fröhlich die Stimmung genoss. Die Yum Yums waren auch für mich eines der musikalischen Highlights der diesjährigen Helgoland Tour.

 

Versicherungsvertreter auf großer Fahrt

Nachdem dem Orgateam auf der Bühne gedankt wurde und eine große Rock ’n‘ Roll Butterfahrt Flagge mit allen Unterschriften der Musiker, die an diesem Wochenende gespielt hatten, für die Aktion Piratenherz versteigert wurde, durfte die letzte Band auf die Bühne. „Normahl“ aus Winnenden, die unser Schatzmeister Finn seit vier Jahren auf die Düne holen wollte, hatten sich schick gemacht. Ihr Sänger Lars sah ein wenig aus wie ein Versicherungsvertreter auf großer Fahrt. Der unterhaltsame Funpunk mit Schlagernote begeisterte die Menge und nur Wenige trieb die Müdigkeit schon jetzt nach und nach Richtung Anleger, um mit der Wittekliff auf die Hauptinsel überzusetzen.

 

DJ Fabsi und die Partyfähre

Am Anleger stand Fabsi mit einer kleinen batteriebetriebenen Anlage und unterhielt fröhlich und frech die wartenden Piraten, damit niemandem langweilig wurde. Denn wenn die Dünenfähre voll ist, fährt sie zur Hauptinsel und kommt erst ca. 30 Minuten später wieder, um die nächste Fuhre zu holen. Es kamen immer wieder Menschen vom Festivalgelände und waren sehr erfreut über die überaus unterhaltsame Party, die sie erwartete. Fabsi gab eine Anekdote nach der anderen zum Besten und es wurde gelacht und getanzt. Eine kleine Premiere gab es auch noch. Denn laut dem Captain passiert immer irgendein Blödsinn, wenn Normahl spielen. So auch in dieser Nacht, denn zum ersten Mal in der Geschichte der Rock ’n‘ Roll Butterfahrt rief die Polizei beim Chef an! Das Gespräch ging ungefähr so: „Ey Fabsi, es ist spät und ihr habt immer noch Livemusik auf der Düne!“ – „Ja, das ist Normahl! Die spielen noch!“ –“Is mir egal, mach die Scheiße aus!“ – „Na endlich!“ (Seid nicht böse, wenn das nicht wortwörtlich und wahrscheinlich ein wenig anders war, als in meiner Erinnerung.) Jedenfalls muss man das schallende Gelächter noch bis Cuxhaven gehört haben.

Als die vorletzte Truppe fröhlich feierte, unter ihnen die Argentinier von Zona 84, fiel deren mitgereister Fotograf voll in die Anlage und bracht den USB Stick ab, von dem Fabsi die Musik abspielte. Das brachte den unverwüstlichen rheinländischen Schotten aus Kaltenkirchen bei Hamburg auf den Plan. MacPiet hatte einen Lautsprecher mit angeschlossenem MP3 Player dabei. Dieser war allerdings ein wenig schwach auf der Brust. Also wurde einfach das Mikrofon davor gehalten, um das Ding zu verstärken und weitergefeiert. Als die Wittekliff wieder angelegt hatte, liefen Fabsi und Macpiet mitsamt Anlage den Anleger hinab, um die Piraten zu verabschieden. Die Crew der kleinen Nussschale forderte uns auf, doch einfach mit rüber zu fahren und schon war die Partyfähre geboren. Fabsi, MacPiet, Caron von der Security und ich hatten die unglaublichste Überfahrt aller Zeiten vor uns. Und was für eine Party das war! Im Innenraum wurde gesungen und getanzt. Immer, wenn die improvisierte Musikbox nicht das tat, was sie sollte, sangen alle fröhlich „Baby, schade“ von den Mimmis. Und auf dem Rückweg genossen wir zu viert den Sternenhimmel über Helgoland.

 

Mit David Hasselhoff unterm Sternenhimmel

Am Dünenanleger wurden wir bereits von den letzten Piraten erwartet, die mit großen Augen und offenen Mündern unsere lautstarke Ankunft beobachteten. Kaum waren diese auf der Fähre, sagte der Kapitän der Wittekliff, dass wir direkt noch einmal mitfahren sollten, weil es so viel Spaß gemacht habe. Also ging es wieder auf das Schiff. Diesmal quartierte Fabsi sich direkt im Open Air Bereich des kleinen Bootes ein und mit dröhnender Musik schipperten wir ein letztes Mal Richtung Hauptinsel. Die kleine Piratenschar war mehr als dankbar und verabschiedete uns winkend vom Anleger aus, als die Dünenfähre nur für uns eine Extratour machte. Ein letztes Mal fuhren wir unter dem Sternenhimmel zur Düne. MacPiet hatte nichts besseres zu tun als unfassbar laut „I’ve been looking for freedom“ abzuspielen. Wir haben selten so gelacht und selten diesen fürchterlichen Song so abgefeiert, wie in jener Nacht. Vielen Dank an die Crew der Wittekliff für diese Momente, die ich nie vergessen werde.

 

Das Kinderfest war das Beste an der Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0

So ging sie vorbei die 10. Rock ’n‘ Roll Butterfahrt. Es war eine Achterbahn der Gefühle, doch auch Wind und Wetter konnte uns nicht aufhalten. Die Butterfahrt Crew hat unfassbar viel geleistet, als am zweiten Tag das Gelände gesichert werden musste und alle Mitarbeiter, Fans und Musiker hielten diesem eisig kalten Tag stand und wurden mit herrlichstem Sonnenschein und einem der tollsten letzten Festivaltage aller Zeiten belohnt. Danke an alle Beteiligten! Ihr seid die viele Arbeit immer wieder wert! Außer einem Ausfall, auf den ich nicht näher eingehen möchte, war das Wochenende friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Musikalisch gab es jeden Tag ein Highlight nach dem nächsten und das Kinderfest war das Beste an der Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0! Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und bin gespannt, was uns dann wieder erwartet.

Und damit wir alle noch mehr in Erinnerungen schwelgen können, setze ich mich jetzt an den Jubiläums-Bildband, damit er möglichst bald in euren Bücherregalen landen kann und wie in jedem Jahr Geld für einen guten Zweck zusammen kommt. Denkt an eure Botschaften für den Gästebuch-Teil! Die Kommentarfunktion unten ist freigeschaltet. 

 

3 Kommentare auf “Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 10.0 Tag 3

  1. Alle 3 Berichte: Sehr geil. Sehr schöne Bilder. Gute Mischung zwischen Bands und Teilnehmern.
    Da kriegst du ein dickes Bienchen ins Muttiheft geklebt.
    LG
    Lolly Roger

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