Rock ‘n’ Roll Butterfahrt 12.0 – Tag 3

Mitten in der Nacht werde ich von einem lauten Knall, Wind und Starkregen geweckt. Über Helgoland tobt ein mächtiges Gewitter. Die Hütte wird kräftig durchgeschüttelt. Ich frage mich, wie es unseren Freunden in den Zelten wohl geht. Die kurze Überlegung das Gewitter fotografisch festzuhalten wird nach einem Blick aus dem Fenster schnell verworfen. Ich bin auf jeden Fall komplett gaga aber das musste ich mir dann doch nicht antun … Also warten bis zum Morgen …

Der 3. Wahl Gig steckt mir noch in den Knochen, zum Glück habe ich mal wieder die Bungalowparty einfach ignoriert und habe mich um die Datensicherung und Bildauswahl gekümmert. Dafür ist der Kopf nicht so dick.  Bericht schreiben, Zähne putzen und dann geht es auch schon zum Minigolf. Auf dem Weg mal kurz auf dem Campingplatz nach dem Rechten sehen. Die meisten Zelte waren gut abgespannt und haben den Sturm gut überstanden. Bei der Arena angekommen, spielen um kurz nach 11 Uhr erst zwei Mannschaften. Der Sturm hat wohl doch einige Piraten dazu gezwungen etwas länger in den Federn liegen zu bleiben oder sich bei Freunden aufzuwärmen. Auf Facebook kann ich verfolgen, wie viele Piraten zusammen rücken, heiße Getränke und trockene Handtücher werden zur Verfügung gestellt. Bei uns ist eben in der kleinsten Hütte Platz, wenn es sein muss.

Die Zeit drängt ein wenig. Erstmal schnell im Piratenbüro vorbei flitzen und die neuesten Infos von Flens bekommen. Die Wetterlage hat leider für eine Menge Chaos gesorgt. Das letzte Schiff nach Büsum fährt noch am Nachmittag. Welche Schiffe am nächsten Tag nach Cuxhaven fahren sollen steht noch nicht fest. Leider müssen sich viele Piraten kurzfristig dazu entscheiden die Insel frühzeitig zu verlassen. Also werden Zelte abgebaut und Hotelzimmer geräumt. Wirklich traurig. Aber die Sicherheit geht nunmal vor. Für den 1.05. wird Windstärke 8 angesagt. Das dürfte deftig werden.

Schnell rüber auf die Insel noch was vernünftiges Essen und einfach mal ein bisschen Zeit mit meiner Freundin verbringen. Das Kinderfest wartet. Auf dem Rückweg zur Düne ist die Wittekliff Randvoll mit Milchzahnpiraten und ihren Eltern. Da fällt mir brandheiß ein, dass ich die Infozettel für die Eltern noch in der Hütte liegen habe! Das wird eng! Kaum legt die Dünenfähre an, flitze ich von Bord und mache mich im Doppeltempo auf den Weg zu den Robinsonhütten. Dort angekommen, schnell die Sachen einpacken und direkt wieder los sprinten. Um 2 Minuten vor 15 Uhr komme ich am Festivalgelände an. Dort warten die Kleinen und ihre Eltern schon sehnsüchtig auf den Einlass. Tim Fetting von der Seehundstation Norddeich bringt den Kiddies bei, wie sie Robben aufziehen. Walter der Wahl und die beiden Robben Robbie und Ritzo helfen fröhlich mit. Danach gibt es lecker Piratenschluck und Piratenlieder. Auch Kinderschminken ist angesagt.
Bevor es wieder aus dem Piratenzelt aufs Gelände geht, übergibt die Butterjugend Rheinland einen ganzen Haufen Instrumente an den Helgoländer Kindergarten Windstärke 12. Vielen Dank für diese tolle Aktion! Wir erwarten alle, dass in den nächsten Jahren Helgoländer Schülerbands die Butterfahrt Bühne unsicher machen!
Captain Fabsi macht noch schnell eine Geländeführung mit den Kindern und zeigt ihnen den Backstagebereich. Beim Tauziehen werden Captain Morgen, Finn, die beiden Robben und der Wal samt Captain Fabsi natürlich durch den Sand gezogen.

Kurze Pause bis zur Geländeöffnung. Ab in die Hütte, schnell umziehen und die Beine hochlegen. Plötzlich klingelt mein Telefon. Grit und Doreen, die eigentlich schon abreisen wollten sind dran. Sie sind mit einigen anderen Piraten wieder von Bord gegangen bevor das Schiff ablegen konnte und fragen ob sie bei mir unterkommen können. Ist der Papst katholisch? Klar können sie das!

Ich komme am Gelände an als unser Festival Arzt und sein Sani gerade aus dem Wasser kommen. Die sind doch glatt mit den Robben schwimmen gegangen. Als bemerkt haben, dass die neugierigen Viecher hinter ihnen her getaucht sind haben sie dann doch schnell den Rückzug aus den kalten Fluten angetreten.

Pünktlich um 18 legen vor zunächst nur wenigen Butterfahrern Outsiders Joy mit klasse Punkrock los. Frisch von der Leber weg und mit harter Systemkritik spielen die Jungs das Festivalgelände voll. Der Start in den dritten Tag ist für die erste Band immer ein wenig schwierig. Die drei Kölner meistern diese Aufgabe aber mit Bravour. Ganz nebenbei meldet sich auch noch die Sonne zurück.

Die Johnny Reggae Rub Foundation, die für die Razors eingesprungen sind sorgen für wunderbare Abwechslung. Eine Band bei der der Sänger, Gitarrist und der Schlagzeuger ein und die selbe Person sind habe ich bisher auch noch nicht gesehen. Tanzen im Dünensand bei Sonnenschein. Herrlich!

The Peacocks aus der Schweiz waren schon lang ersehnt. Dieses Jahr hat es endlich geklappt. Ich wollte die Truppe schon lange mal sehen. Fröhlich rockt das Trio die Bühne und lässt kein Bein stillstehen. Noch mehr tanzen im Sand und in der Sonne! Dafür zieht vor dem Strand eine Schlechtwetterfront auf. Wir hoffen, dass es einfach an uns vorbei zieht. Zum größten Teil ist dem auch so. Ein Glück. Außerdem sah es fantastisch aus. Die Natur gehört halt auch zu unserem schönen  Festival.

Die Skeptiker ziehen wirklich alle Register. Sie wissen genau, wer nach ihnen spielen wird und geben doppelt Gas. Bis die Sonne endgültig untergangen ist und der Vollmond über dem Gelände steht. Punkrock mit Metal drin vom Feinsten!

Der letzte Act des Festivals macht sich bereit. The Baboon Show werden gemeinsam von Fabsi und Finn angesagt. Es wurde wirklich alles unternommen um diese Band auf die Insel zu bekommen. Auch der Speicher in Husum hat mit einem Gig am nächsten Tag seinen Anteil daran. Das Licht geht aus, die Band betritt unter großem Applaus die Bühne und legt eine Show der Extraklasse hin. Cecilia hat alleine ungefähr so viel Power, wie alle Bands des dritten Festivaltages zusammen. Die Frau war wohl bei AC/DC und Kiss in der Lehre. Kälte kennt nun niemand mehr auf der Düne.
The Baboon Show sind der krönende Abschluss für die gelungene Bandzusammenstellung, die unser Captain Fabsi auf die Bühne gebracht hat. Als die letzten Töne verklungen sind, alle Fotos mit der Band geschossen sind verabschiedet sich das Wetter noch ein mal mit Wind und Regen von uns.

Es war ein Wochenende voller Lieblings Menschen, alten und neuen Freunden, grandiosen Bands, Sonne, Regen, Sturm und einer wetterbedingt schwierigen Heimreise. Die ersten brachen bereits morgens um 10 Uhr mit der MS Westfalen Richtung Cuxhaven auf, um dem kommenden Sturm aus dem Weg zu gehen. Der Rest wurde auf der Funny Girl kräftig durchgeschüttelt oder mit der Helgoland sanft in den Schlaf gewiegt.

Vielen Dank an euch alle! Es war mir ein Fest mit euch zusammen dem Wetter zu trotzen und zu feiern!  Vielen Dank auch an das Orga-Team, das war eine Meisterleistung unter erschwerten Bedingungen!

Wie lange noch bis zur 12.1? Verdammt, echt ein ganzes Jahr bis wir uns wieder sehen?
Das geht so nicht … Ich werde noch was außerhalb der Butterfahrt organisieren. Tragt euch mal den 29.03.2019 in eure Kalender ein.
Weitere Infos folgen in Kürze …