Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 7.0 Tag 1

Die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 7.0.

Endlich hatte ich das Vergnügen auch mal an einer Rock ’n‘ Roll Butterfahrt teilzunehmen. Was mich erwartete war ein super organisiertes DIY Festival, betrunkene Piraten, Sonnenschein und gefühlte Minusgrade auf der vorgelagerten Düne von Helgoland.

 

Die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt räumt die Insel auf

Ich habe ja nun schon so einige Open Air Festivals mitgemacht und mich zuletzt ein wenig davon zurückgezogen, weil mir der Kommerz dann doch irgendwann zu viel wurde. Die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt steht allerdings im krassen Gegensatz zu den kommerziellen Festivals. Nein, es ist nicht kostenlos! Aber die Einnahmen werden sinnvoll reinvestiert. Dafür sorgen die über 200 Vereinsmitglieder.

Es gibt Toiletten und Mülleimer, wo sie gebraucht werden, es wird aufeinander geachtet und niemand bewässert die Düne mit durchgelaufenem Bier. Ich habe wirklich noch nie so disziplinierte Festivalgänger gesehen. Auch die ehrenamtlichen Helfer sind zahlreich vorhanden. Man spürt förmlich, dass hier Menschen zusammen kommen, um für Helgoland Werbung zu machen. Wahrscheinlich würden viele Leute nicht mal auf die Idee kommen auf die Insel zu fahren und Urlaub zu machen. Zugegeben es ist eine sehr schöne Insel mit einer bewegten Geschichte und man kann Steuerfrei einkaufen. Jedenfalls befruchtet dieses Festival die Kultur und steigert natürlich auch deutlich die Umsätze auf Helgoland. Laut Fabsi hat sich der Bürgermeister mal wieder bedankt, weil die Düne nach dem letzten Festival sauberer war als vorher, denn der Müll der Touristen vom gesamten Jahr davor wurde mit weggeräumt. Punkrocker können halt auch aufräumen.

Aber genug gefaselt. Die Bands des ersten Tages waren:

 

Die Karkfinken eröffnen mit Shanties

Die Helgoländer Karkfinken, die das Konzert mit wunderbaren Shanty’s eröffneten. Der Chor singt Shanty’s seit 1949! Ein wahrlich herrliches Schauspiel! Arm in Arm tanzen und singen Lederjackenträger, Mütter, Väter und Großeltern! Die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt vereinigt Generationen.

 

COR bringen plakativen Trashrock

Mit COR wurde dann ein Gang hochgeschaltet. Die Rügener Trashrock Band strotzt geradezu vor Energie. Allen voran Sänger Friedemann, der die Bühne scheinbar alleine füllt. Wer meint Trashrock wäre hohl ist hier an der falschen Adresse. Der Mann hat was zu sagen. Plakativ aber weit entfernt von hohlen Phrasen und anti alles Geschwafel.

 

Rock ’n‘ Roll Parodien mit Elvis Pummel

Dann kam zum ersten und nicht zum letzten Mal ein gewisser Elvis Pummel auf die Bühne. Dieser Typ parodiert und improvisiert derartig komisch, dass nach kürzester Zeit den Festivalgästen die Tränen vor Lachen die Wangen runterlaufen. Der gute wird uns als Pausenfüller das komplette Festival begleiten.

 

Punkrock mit den Bottrops

Danach kamen The Bottrops an die Reihe. Knalliger Punkrock mit roten Haaren und jede Menge Spaß und Selbstironie. Sie selbst bezeichnen sich gerne als hoffnungslos ewige 17 Jährige. Ja! Kommt hin! Die Jungs waren jedenfalls große Klasse!

 

Westliche verschmelzen mit russischen Klängen

Kaum waren diese Klänge in der Düne verhallt kamen alte Bekannte von mir auf die Bühne. 44 Leningrad mit Russian Speedfolk. Die Jungs und Mädels hatte ich ja schon des Öfteren mal vor der Linse. Sie verbinden gekonnt die westlichen mit den russischen Klängen. Ich kann diese tolle Band einfach nur empfehlen. Nach 20 Jahren haben sie nichts von ihrer Klasse eingebüßt und stechen immer noch mit ihrer Show deutlich aus der Masse an Bands in Deutschland heraus.

 

Explosive Stimmung bei Slime

Last but not least, die einzige Band des Festivals, die schon einmal auf der Butterfahrt gespielt hat. Slime aus Hamburg. Seit 1979 wird hier radikaler Punkrock auf hohem Niveau betrieben. Über die Texte kann man streiten. Meins sind sie nicht. Müssen sie aber auch nicht sein. Sie polarisieren, sind plakativ und provozieren. Die Stimmung ist explosiv und großartig. Das Publikum trotzt der mittlerweile fiesen Kälte und pogt sich warm. Die Temperatur vor der Bühne ist zu diesem Zeitpunkt als beinahe sommerlich zu bezeichnen.

Irgendwann um 1 Uhr morgens (was ja eigentlich noch früh am Tag ist) komme ich vollkommen abgekämpft aber glücklich in meinem Zimmer auf dem Helgoländer Oberland an und freue mich schon auf den nächsten Tag mit viel Sonne, dem „Piraten Fünfkampf“ und weiteren tollen Bands.

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