Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 7.0 Tag 2

Der 2. Tag der Butterfahrt brach an. Traditionell sollte es deutlich früher losgehen, als am Vortag. Um 14 Uhr standen durstige Piraten vor den Toren des Festival Geländes. Es wartete ein ganz besonderes Spektakel auf sie.

Der Piraten Fünfkampf!

Mehrere Teams kämpfen um die Trophäe des besten Piraten Fünfkämpfers. Unter den Augen und den Kommentaren von Captain Fabsi ging es schnell zur Sache.
Für mich war es ein wenig schwierig alles zu verfolgen, da die Disziplinen fast alle gleichzeitig stattfanden.
Egal, los geht’s beim Goldsack schleppen! Ein sehr voller Sandsack muss in Bestzeit einmal quer über den Strand geschleppt werden.
Bei der Schatzsuchen müssen die Teams nach vergrabenen Bierdosen suchen und diese so schnell, wie möglich austrinken.
Eine Sandburg musste ebenfalls gebaut werden. Hierbei musste so schnell, wie möglich ein senkrecht in den Boden gesteckter Stock mit Sandbedeckt werden. Klingt einfach? Ist es nicht. Die Piratenbräute sollte hier eine etwas unorthodoxe Art und Weise an den Tag legen, den Stock verschwinden zu lassen. Das sorgte jedenfalls für ordentliche Lacher.
Dann war da noch eine ganz besondere Disziplin. Lebertran wetttrinken … beim Gedanken daran wird mir schon fast schlecht. In kürzester Zeit müssen 3 Glas Lebertran und 3 Glas Rum die Kehle runterlaufen. Es gibt einen ungeschlagenen Meister. Punkfred. 72 Jahre alt und regelmäßiger Gast bei der Rock ’n‘ Roll Butterfahrt. Er hält den unerreichten Weltrekord von 7,4 Sekunden! In diesem Jahr wurde dieser Rekord allerdings zum ersten Mal vom späteren Gesamtsieger angekratzt. Dieser schaffte es das Zeug in 7,56 Sekunden runter zu stürzen … Es ist ein bisschen unglaublich und mächtig ekelig …

Nachdem diese 4 Stationen abgelaufen waren kam der Showdown. Toast Wettessen. Klingt auch erstmal nicht so schlimm. Wer aber schon einmal versucht hat 2 Scheiben trockenen Toast in Höchstgeschwindigkeit runterzuwürgen, kann sich ansatzweise vorstellen, was das für ein Spaß war. Ein Ding der Unmöglichkeit! Wer wollte durfte den Toast mit Sekt runterspülen. Was die Sache nur unwesentlich vereinfacht. Scheiße, haben wir gelacht. Der Anblick war wirklich zum Brüllen komisch!

Kaum war das letzte Stück Toast verdrückt ging es dann auch wieder mit Live Musik weiter.

Los geht es mit „MacPiet„! Ein wunderbarer Alleinunterhalter mit Kilt, Dudelsack und einer Westerngitarre, die an diesem Hünen aus Schleswig-Holstein irgendwie winzig aussah. Ein kräftiges „MOIN!“, eine Stunde toller Folkstimmung und gefühlt 300 mal ins Publikum gerufenes „PROST!“ später lagen sich die Piraten allesamt in den Armen und grölten, lachten und tranken einfach noch mehr.
Die Temperaturen waren an diesem Nachmittag sehr angenehm. Solange man sich in der Sonne aufhielt. Ich hab jedenfalls einen hübschen Sonnenbrand davon getragen.
Zwischendurch gab es wieder eine Runde Elvis Pummel, der auch spontan einfach mal ins Meer sprang um seine eigene Dummheit zu zelebrieren.

Der nächste Künstler ist „Big Art Peter“. Auch bekannt von den „Lurkers„. Diesmal mit seiner Soloshow auf der Bühne. Ein sehr sympathischer Act muss ich sagen. Alte Songs und neue Songs geben sich die Klinke in die Hand. Man spürt förmlich die Freude und die harte Arbeit, die „Big Art Peter“ mit sich bringt. Anders kann ich das eigentlich nicht beschreiben. Er präsentierte uns eine Mischung aus Punk und Folk.
Nachdem alle Mann sich wieder mit Bier und lecker Kräuternacken von der Theke verpflegt hatten, kamen ein paar alte Bekannte auf die Bühne. Die „Guitar Gangsters„. Das Brudergespann Pete und Phil Ley rocken wie eh und je. Immer ein wenig poppig und punkig unterwegs. Ironie und Sarkasmus in den Texten bringen immer noch genauso viel Spaß, wie vor 20 Jahren. Phil wirbelt fröhlich mit seinem Bass über die Bühne, während sein Bruder Pete am Mikro und der Gitarre für noch mehr Laune sorgt. Was für eine Party … der Tag wurde immer länger und nach den „Guitar Gangsters“ war noch lange nicht Schluss.
Eine kurze Umbaupause, einige kurze Ansagen von Captain Fabsi und es ging mit „Plan B“ weiter. Zugegeben ein wenig dezimiert, da sie ohne Schlagzeuger aufliefen, dennoch nicht weniger unterhaltsam. Sie rockten mit ihrem mit einigen Coversongs aufgepeppten Set die Karperfahrer in den Sonnenuntergang.
Dann gab es eine ganz besondere Perle des Punkrock. „999„. Mittlerweile unterstützt von Big Art Peter am Bass betritt eine Legende die Bühne. Hits wie „Homicide“, „Emergency“ und „Nasty Nasty“ werden mit unfassbarer Power ins Publikum geschreddert. Die in die Jahre gekommenen Jungs sehen zwar nicht gerade taufrisch aus, rocken aber immer noch wie vor 30 Jahren. Nick Cash ist halt nicht mehr der Jüngste. Aber das hat einen Vollblutmusiker noch nie aufgehalten. Ich hatte „999“ vor einigen Jahren im Zack in Düsseldorf gesehen. Seit dem gab es leider keine neuen Songs aber dafür die Ankündigung eines neuen Albums, das derzeit in Arbeit ist. Man darf also gespannt sein, was es im Laufe des Jahres auf die Ohren gibt.
Das waren für den 2. Tag schon eine Menge Bands.  „999“ sollten aber immer noch nicht die letzten sein, die die Düne beschallten. Das alljährliche Konzert der „Mimmis“ stand noch an. Captain Fabsi und seine Mitstreiter hatte schon lange nicht mehr live gespielt. Jedenfalls war das seine Aussage. Gemerkt hat das keiner. Sie ließen ein wahres Punkrock Feuerwerk auf die Meute los. Fabsi spielt gekonnt mit Gestik, Mimik, viel Selbstironie und seinem unvergleichlichem Düsseldorfer Charme. Die Stimmung kochte förmlich über. Ich wußte gar nicht, dass man beim Pogen so viel lachen kann. Meine Güte war das großes Kino. Da frag ich mich, warum ich die Mimmis nicht schon viel früher für mich entdeckt hatte. Das war wirklich geil. Leider musste ich dann doch noch vor Ende des Auftritts schon die Segel streichen. Die Fähre zur Insel rief und die Erschöpfung war trotz des Spaßes nicht von der Hand zu weisen. Es sollte ja noch ein dritter Tag folgen. Der hatte zwar keinen Piraten Fünfkampf zu bieten, sollte aber nicht minder spannend werden. Nur wieder ein wenig kürzer. Auch Piraten müssen mal ausschlafen.

 

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