Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 8.0 – Tag 3

Abgekämpft aber zufrieden sah man jede Menge Butterfahrer den Tag auf Helgoland rum laufen. Man hatte das Gefühl, dass sämtliche Piraten auf der Insel rum liefen und sich mit allem möglichen eindeckten, was die zahlreichen Geschäfte so hergaben. Von Entspannungsspaziergängen bis Bunkertouren war alles dabei. Einigen steckte der Vortag doch sichtlich in den Gräten. Zufrieden waren aber alle. Fröhlich wurde sich unter die Touristen und Einheimischen gemischt und das tolle Wetter ausgenutzt.

Irgendwann muss das Ausruhen aber auch mal ein Ende haben. Um 17 Uhr wurde das Gelände geöffnet und um 18 Uhr stand die perfekte Band für die Eröffnung des letzten Abends auf dem Programm. „Hörinfarkt“ beglückten uns mit guter Laune und einer großartigen Mischung aus Ska und Schlager. Sich einfach mal nicht so ernst nehmen macht einfach Spaß. Sie schüttelten uns allen die Müdigkeit ordentlich aus den Knochen und ruck zuck waren alle auf der Dühne am Tanzen und Schunkeln in allgemeiner Bierseeligkeit. Wer die gute Laune auch auf dem Heimischen CD-Player genießen möchte, sollte sich das Album „Abhörskandal“ nicht entgehen lassen.

Als nächstes sollten ursprünglich die Boskops auftreten. Da diese aber aus gesundheitlichen Gründen leider verhindert waren, hat sich Finn kurzer Hand ans Telefon gehängt um ein paar alte Freunde auf die Insel zu holen. Flensburgs dienstälteste Punk Band die „Fro-Tee Slips“ fegten wie ein Orkan über die Bühne und beglückten die mittlerweile zahlreich erschienenen Piraten mit ordentlich druckvollem Punkrock und Boonekamp. Eines muss man Dose lassen, er ist zwar nicht der beste Sänger der Welt, aber das kann er locker mit Spaß und blöden Witzen überspielen. Die Slips haben einen großartigen Gig hingelegt und ich freue mich schon ein bisschen auf ihren Jubiläumsparty, die auch bald ansteht. Besucht die Jungs einfach mal auf ihrer Facebookseite, da gibt es immer die neuesten Infos zur Band.

Als ich schon die „Dritte Wahl“ auf dem Plan hatte, wurde ich von meinem Kumpel Arne daran erinnert, dass ja noch „Prima Donna“ aus Kalifornien spielen sollten. Und ich hatte mich schon gewundert, warum das so spät am Tag noch so hell war …
Prima Donna traten auf die Bühne und rockten die Düne in Stücke! Sie präsentierten eine großartige Show und fantastischen Rock. Leider gilt die alte Weisheit „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“, auch auf Helgoland und viele Piraten nutzten die Prima Donnas wohl für eine kleine Pause. Jedenfalls tanzten nicht mehr ganz so viele, wie noch bei den Flensburgern. Die Kalifornier sind für mich dafür eine der Entdeckungen der Butterfahrt 8.0. Das Album „Bless This Mess“ dürfte vielen von euch gefallen. Hört mal rein!

Langsam ging die Sonne unter, es wurde immer kälter und wir mussten uns warm trinken und tanzen. Die Siegerehrung des Piraten 5-Kampfes stand noch auf dem Plan. Hatte das Team Punkfred diesmal die Krone gewonnen? Die Spannung stieg! Die Punkerkartoffel bekam einen Trostpreis, Punkfred den 2. Platz und das Team Robben Poppen Neuss machte den 1. Platz, worauf hin sie spontan noch 50l Altbier spendeten. 🙂 Ich bitte zu entschuldigen, dass ich den 3. Platz einfach nicht mehr auf die Kette kriege, der Rum, die Sonne und die vielen Stunden fordern leider ihren Tribut.
Bevor die „Dritte Wahl“ endlich ran durfte, mussten aber noch ein paar Spenden eingesammelt werden. Die Dritte Wahl hatte 3 Schlagzeug Felle signiert und zur Versteigerung freigegeben. Insgesamt wurden innerhalb von wenigen Minuten mehrere 100€ für Robben, Hummer und die Helgoländer Ponys gesammelt. Die Butterfahrt und Helgoland arbeiten da Hand in Hand. Das ist wirklich sehr schön zu sehen. Andere kommerzielle Festivals, sollten sich da mal ein Beispiel dran nehmen. Müllberge und Zerstörung findet man hier nicht. Im Gegenteil, die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt unterstützt aktiv den Naturschutz und beteiligt sich auch an Projekten für Kinder. So wurde zum Beispiel auch die Errichtung eines Piratenschiffes auf dem Spielplatz realisiert.

Zeit für richtig ordentlich geilen Lärm! Die Rostocker waren schon einmal bei der Butterfahrt und durften noch ein Mal nachlegen. Sie hauten uns ein lose angelegtes Set um die Ohren, dass sie auf Zuruf umstellten. Vor der Bühne war es so eng, dass man sich kaum noch bewegen konnte. Wow, mit Vollgas trotzten die Rostocker gemeinsam mit ihren Fans der Kälte. Die Stimmung an diesem Abend war mit Abstand die beste des ganzen Wochenendes. Und das will schon was heißen. Vor Gunnar und seinen Kollegen hab ich als Musiker echt größten Respekt. Sie entwickeln sich selbst immer weiter und schaffen es dabei sich selbst treu zu bleiben. Hut ab! Wer noch nichts von der Dritten Wahl zu Hause hat, sollte sich mal „Gib Acht!“ zu Gemüte führen.

Das Finale sollte aber eine unglaubliche Band geben. Mad Sin aus Berlin. Die schafften es doch tatsächlich ohne Probleme noch eine Schippe draufzulegen. Was war das denn bitte für eine abgefahrene Show? Die komplette Band hat eine wahnsinns Präsenz auf der Bühne. Verdammte Scheiße, das war geil. Wie zum Geier schafft es bitte schön dieses Schwergewicht von einem Sänger sich so über die Bühne zu bewegen? Und seine Mitmusiker stehen dem in nichts nach. Eine Wahnsinns Nummer!Die „25 Years-Still Mad Limited Edition“ könnt ihr hier finden. Ihr werdet es nicht bereuen.

Danach ging es für mich dann endlich zum Anleger. Zwei Altbier in der Hand, geschafft und glücklich schipperten wir zur Hauptinsel um endlich ein wenig zu schlafen.

Lieber Fabsi, Ihr habt Euch in diesem Jahr so was von übertroffen! Die durchgehend hohe Qualität der Bands und die Organisation des gesamten Festivals machen die Rock ’n‘ Roll Butterfahrt zu einem Erlebnis. Dabei haben alle das Herz auch noch am rechten Fleck. Das ist wirklich ganz großes Kino.
Ein riesen Kompliment geht auch an die tapfere Crew, die es überhaupt ermöglicht, dass das alles läuft und lebt. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz wäre das alles nicht Möglich.

Zu guter Letzt möchte ich mich bei allen beteiligten und allen voran Finn herzlich bedanken, dass ich diese Doku auf diese Art und Weise umsetzen konnte. Ich werde im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein und freue mich jetzt schon auf viele alte und neue Freunde, tolle Bands und viele, viele Stunden Arbeit, die mich sehr stolz und glücklich machen!

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