Rock ’n‘ Roll Butterfahrt 9.0 – Tag 2

Moin moin Piraten!

Was war das denn bitte für ein grandioser Tag? Die Sonne hat uns allen auf die Birne gebrannt, der 5-Kampf war unfassbar und der Titan am Lebertran „Punkfred“ wurde gestürzt! Melli du bist unsere neue Heldin! Nur mal so vorweg, 7,27 Sekunden hat sie gebraucht um Lebertran und Rum runterzukippen. Ich hab da ein paar grandiose Filmaufnahmen von. Mal schauen wie wir das alles noch verarbeitet bekommen. Die Gräten tun weh, die Rübe auch ein bisschen aber es hat sich, wie immer gelohnt. Ihr seid alle miteinander einfach nur die geilsten! Die Kartoffel hat in diesem Jahr eingrandioses Comeback gefeiert und als Kartoffel 2.0 sogar eine Disziplin locker gewonnen. Gut beim Rum-Wett trinken ging es ihm jetzt nicht so grandios wie Melli aber Ru(h)m und Ehre für das Seesack-Hüpfen soll er dennoch bekommen. Das Surströmming-Wettessen wurde dieses Jahr gegen einen, zumindest für die Teilnehmer, beinahe schlimmeren Wettbewerb ausgetauscht. Eine ganze Gemüsezwiebel musste verputzt werden … Toby vom Team Rakete hab ich heute Morgen aber schon lebendig gesehen und seine Mitbewohner hatten auch keine Vergasungserscheinungen, was ein wenig beruhigend war. In diesem Jahr hatten wir, glaube ich auch mit Abstand die meisten Zuschauer beim 5-Kampf. Sehr, sehr schön ist das alles.

Um 17 Uhr wurden die Tore wieder geöffnet und das Musikprogramm startete mit der wunderbaren „Trixie Trainwreck“, die im Vorjahr schon mit ihren „Kamikaze Queens“ die Ehre hatte auf der Düne zu spielen. Solo ist sie komplett anders unterwegs. Keines Wegs schlechter. Sie wusste mit ihrer Westerngitarre, einem kleinen Schlagzeug und ihrem Kazoo auf ganzer Linie zu begeistern. Ein bisschen Blues hier und ein bisschen Country da und alles war gut. Vor der Bühne versuchten sich einige an einem leidlich aufgeführten Square Dance und feierten Trixie frenetisch.

Während Trixie auf der Bühne alles gab, machten sich im  Backstage schon „The Pokes“ aus Berlin warm für ihren Auftritt. bevor sie jedoch die Bühne betreten durften musste noch ganz schnell eine Verlobung gefeiert werden. Danach wurde noch schnell festgestellt, dass betrunkene Nichtmusiker keine Songs schreiben können und dann konnten die Pokes auch endlich loslegen. Kaum starteten sie ihr Set war auch schon vor der Bühne im Sand die Hölle los. Stagediver, Crowdsurfer, Biertrinker und Poger vereint in einem riesigen Knäul aus Bekloppten. Ein Bild für die Götter.

Als nächstes kam Thees Uhlmann dran. Sichtlich nervös brauchte er zwar ein paar Songs um sich einzuspielen, brachte dennoch eine Menge Stimmung. Gegen Ende seines Sets lagen sich dann alle in den Armen und sangen wunderbar schief seine St. Pauli Hymne mit. Lieber Thees, du hast mich auf jeden Fall überzeugt. Beim nächsten Mal dann gerne mit kompletter Band.

Zeit für „Die Suurbiers“, die schon den ganzen Abend hinter der Bühne eine Bierdose nach der anderen in „Suurbier“ umgelabelt hatten, drehten zu meiner Überraschung mächtig auf. Ich hatte sie ja zuvor schon in Düsseldorf beim Punkerkarneval und in Berlin bei der Record Release Party gesehen und wusste was da musikalisch auf uns alle zukam. Dass der Schlagerrockzug derart Fahrt aufnehmen kann, wie an diesem Abend, überraschte mich dann doch. Es gibt zwar keine Band auf diesem Planeten, die so herrlich schief singt wie „Die Suurbiers“, die Menge haben sie dennoch ordentlich gerockt und der folgende Künstler musste sich schon ein wenig ins Zeug legen um nicht unterzugehen.

Mein alter Freund und Kollege TV Smith war als nächster dran. Eigentlich wollte er zusammen mit den „Bored Teenagers“ seine Show spielen. Leider mussten diese jedoch kurzfristig wegen Krankheit absagen. Mit nem perforierten Darm spielt es sich offenbar nicht so gut. Viele Grüße und gute Besserung! Dass er alleine vor der Meute stand schüchterte TV aber keines Wegs ein. Im Gegenteil. Ich hab ihn ja schon oft gesehen, sehr oft sogar. Ich hab keine Ahnung, was der Junge genommen hat aber das war definitiv einer der mächtigsten Auftritte, die ich je gesehen habe. Der kleine hagere Engländer gab so derartig Gas, das ich beinahe den Eindruck hatte, dass da ein Hulk über die Bühne marodierte. Er schaffte es mich und viele andere komplett zu überrollen. Erst gegen Ende wurde es im hinteren Bereich des Geländes etwas leerer und die meisten Piraten blieben trotz eisiger Kälte bis zum letzten Ton und lasen TV Smith jedes Wort von seinen Lippen ab.

Ich freue mich tierisch auf das Golf Turnier, den Kindergarten (eine sehr schöne Neuerung in diesem Jahr) und den Rest des Dünen Mammutprogramms. Captain Fabsi und seine Crew haben sich bisher selbst übertroffen und die über 200 extra Piraten sind niemandem aufgefallen bisher. Und was noch sehr cool ist – die einzigen, die sich auf der Insel Helgoland komplett daneben benommen haben, gehören nicht zu uns sondern sind einer dieser deppenhaften, nervenden Junggesellenabschiede. Punker sind halt einfach die chilligeren Partygäste.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.