Tag 2: John Allen im Hard Rock Café in Berlin

Der zweite Tag der Tour begann recht kurz nachdem der erste geendet war. Erschöpft wollte ich meinen Wecker morgens um 5 an die Wand werfen. Da es sich allerdings um meine iPhone handelte, überlegte ich mir das kurzfristig doch anders. Man könnte es auf so einer Tournee durch Deutschland ja doch vielleicht mal gebrauchen.
Ausgemacht war, dass wir uns um 6 Uhr pünktlich an der Astra Stube zusammen finden um einzuladen.
Ich trudelte als zweiter ein und wurde direkt mit einer nicht so grandiosen Nachricht von Daniel, unserem Tourmanager, empfangen. Er hatte in der Nacht Bekanntschaft mit einem Grippevirus gemacht und konnte die Tour leider nicht fahren. Also erklärte sich Lukas, der sich eigentlich nur um den Rhythmus kümmert, bereit diesen Part auch noch zu übernehmen.
Also wurde die Backline nebst Gepäck in den Bulli getetrist, noch kurz auf den Keyboarder gewartet, der das mit dem um 6 Uhr losfahren nicht ganz so genau nahm und dann ging es endlich los Richtung Berlin. Um 9 Uhr morgens ist im „Hard Rock Café“ der Aufbau angesagt, damit der Soundcheck vor dem normalen Geschäftsbetrieb schon fertig ist.
Im Van wurde geschlafen, gelacht und eine Menge Blödsinn erzählt. Ganz ernsthaft, wenn 8 Kerle 3 Stunden in einem Bus eingeschlossen sind, wird denen wirklich derbe schnell langweile und da dagegen etwas getan werden muss, erzählt man die beklopptesten Dinge. Die Details erspare ich euch lieber … als Ergebnis gab es jedenfalls extrem viel Lachkrämpfe …

Um 10 Uhr kamen wir endlich in Berlin an und wir beeilten uns unsere Sachen so schnell, wie möglich in den ersten Stock zur Bühne zu bringen und aufzubauen. Um Punkt zwölf war der Soundcheck fertig. Und wir starteten unsere kleine Gruppenfreizeit. Marcel ging zu seinem Hotel und der Rest von uns ging zusammen Freunde besuchen um Schlafplätze zu suchen und einen Happen essen zu gehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lang die Wartezeit auf einen Gig werden kann, wenn man so krass übernächtigt ist. Während sich der einige hinlegten, zockten John und René eine Runde Fußball auf der XBox bevor es um 18:30 endlich wieder los gehen sollte. Vor mussten wir noch den 7m langen Bulli aus der Parklücke manövrieren und dann ging es endlich zum Venue. Wir wollten ja noch einen Happen zu Abend essen.

Nicole Carter Cash, eine junge Singer / Songwriterin aus Berlin eröffnete den Abend, sichtlich nervös trug sie ihre Songs vor. Wobei sie nach und nach immer mehr Selbstsicherheit bekam, da ihr Auftritt dankbar vom Publikum angenommen wurde.

Kurz nachdem Nicole fertig war, gingen John und seine Band auf die Bühne. John hatte sich erstmal ein großes Glas Kamillentee besorgt, wohl wissend, dass seine Stimme unter den langen Proben und der kurzen letzten Nacht gelitten hatte. Während ich meine Bilder machte konnte ich sehr gut sehen, wie Lukas sich durch das Set ackerte. Müde und abgekämpft, wie er durch die lange Fahrt war. Eigentlich ging es niemandem besser. Dennoch machte jeder seinen Job professionell und das Konzert endete mit frenetischem Applaus und einem Crowdsurfer, der als er an der Bühne ankam von John per Handschlag in empfang genommen wurde.

Nach dem Gig kümmerte sich John als erstes um das Merch, der Rest von uns räumte die Backline wieder in den Van. Um kurz nach Mitternacht trennten sich dann unsere Wege. John übernachtete, wie der Rest bei Freunden, Marcel hatte sich ein Zimmer genommen und ich kam ebenfalls bei einer Freundin unter.

Der Tag mit dem wenigsten Schlaf war geschafft. Um 8 sollte es dann wieder losgehen. Nach München …

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