Tag 4: John Allen im Caveau in Mainz

Nach dem unfassbar langen dritten Tag auf der Straße, merkte man wirklich jedem an, wie anstrengend so eine Tournee sein kann. Man hockt eine gefühlte Ewigkeit im Bulli aufeinander, schläft wirklich sehr wenig. Ich habe seit Berlin mit einer Erkältung zu kämpfen und der Rest der Truppe versucht sich nicht anzustecken. Lukas, unser Schlagzeuger/ Tourmanager meinte vorhin, dass wir in drei Tagen auf maximal 11 Stunden Schlaf gekommen sind. Das ist nicht sonderlich viel und lag auch nicht daran, dass wir alle ausschweifend gefeiert haben. Im Gegenteil, auf der Getränkeliste steht Kamillentee mit Honig ganz weit oben.

Immerhin war die Fahrt diesmal einigermaßen Störungsfrei und Lukas hat uns sicher nach Mainz gebracht. Nach einer kurzen Stadtführung von John, der dort studiert hatte und einer kleinen Einkaufstour im lokalen Musikgeschäft ( wir benötigten ja noch neue Sticks für Lukas) ging es dann ans Geschleppe. Die komplette, tonnenschwere Backline musste ins Kellergewölbe des „Caveau“ gewuppt werden. Das kann schon ordentlich weh tun. Besonders mit zu wenig Schlaf und einer Erkältung in den Knochen. Wer jetzt denkt: „Ach, du bist doch nur der Fotograf, was hast du denn da bitte zu heulen…“ Weit gefehlt. Seit dem ersten Tag der Tour bin ich Fotograf, Filmer und Backliner in einer Person. An diesem Abend kam dann noch persönlicher Tee Assistent von John Allen hinzu. Dem seine Stimme war nämlich so derartig im Eimer, dass er vor der Show an diesem Abend doch ein wenig mehr Respekt hatte, als sonst. Aber gefühlte 200 Tassen Tee mit Honig während der Show sollten es schon richten.

Wie auch immer, die Show musste laufen, egal wie fertig man war und wie beschissen man sich fühlt. Vorverkauf gab es keinen und wir wussten wirklich gar nicht, was uns erwarten sollte.

Als Support stand mit „Ghost of a Chance“ ein sehr guter Singer/ Songwriter auf der Bühne, der das Publikum mit seinen ruhigen, einfühlsamen Songs bestens zu unterhalten wußte, während sich der Laden immer mehr füllte. John grinste schon über beide Ohren und konnte es eigentlich kaum fassen. Als John und seine Kollegen ihr Set begannen, war der Laden mehr als gut gefüllt und die Band brachte die bis dahin wohl beste Performance der Tour auf die Bühne. Auch wenn das Publikum zunächst wirklich verhalten war, haben die Jungs es geschafft wirklich jeden im Raum zu begeistern. Viele sangen wirklich jedes Wort mit und als John bei dem Song „Home“ das Publikum zum Mitsingen aufforderte brüllten sie die PA beinahe in Grund und Boden.

Nach der Show waren alle wirklich abgekämpft aber zufrieden.

In jener Nacht waren wir privat beim Veranstalter Cornelius untergebracht. Vielen Dank noch mal für die Gastfreundschaft. Die Mütze Schlaf hat uns allen sehr gut getan und wir sind sehr gut in Oberhausen angekommen!

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