Xtra Mile Showcase beim Reeperbahn Festival

Im Zuge des Reeperbahn Festivals spielten am Mittwoch den 20.09.2017 Skinny Lister, Beans on Toast und Will Varley beim Xtra Mile Recordings Showcase im Kaiserkeller.

Viel Mühe, viel Gerenne und viele sehr freundliche Mitarbeiter

Als erstes muss man sagen, dass es als Freelancer mit und ohne dedizierten Auftrag selbst mit viel Hilfe von außen extrem schwierig ist irgendetwas auf den Reeperbahn Festival zu machen. Wenn man nicht 100% offiziell akkreditiert wurde, stößt man doch recht flott an die eine oder andere Grenze.
Ein kleines Beispiel: Mein Freundin Arabell von Suitcaselife Booking hatte im Vorfeld mit Dani von Xtra Mile geklärt, dass ich zum Fotografieren vorbeikommen kann. Der Fotopass war am Heiligengeistfeld an der Pressestelle jedoch nicht hinterlegt. Also gingen wir davon aus, dass wir das an der Tür vom Kaiserkeller regeln. Fehlanzeige. Kein Laden hat eine eigene Gästeliste an der Tür. Also ist Kevin wieder zu Heiligengeistfeld geflitzt. Dort direkt zum Counter an dem die Gästelistenplätze verteilt werden. Auf meine Information hin, dass ich einen Platz auf der Gästeliste für das Xtra Mile Showcase inklusive Fotopass hätte, wurde ich direkt zur Pressestelle verwiesen. Dort angekommen wurde ich direkt wieder zur Gästeliste rüber geschickt, weil es ja keinen Fotopass für mich gab. Ich musste erst mein Gästelistenbändchen abholen, dann kann die Pressestelle etwas für mich tun. Gesagt getan, Kevin taperte wieder zur Gästeliste zurück und siehe da, tadaaaaa ein Gästelistenbändchen war für mich hinterlegt worden. Bändchen ums Handgelenk gebastelt und wieder zurück zur Pressestelle, wo mich der Kollege wieder empfing und auf ein neues versuchte meinen Namen auf einer der „Upgrade Listen“ zu finden. Ohne Erfolg. Auch einige Telefonate mit der Festivalleitung brachten mich nicht weiter und ich musste unverrichteter Dinge, ohne Fotopass Richtung Kaiserkeller gehen.
Dort angekommen durfte ich natürlich meinen Fotorucksack nicht mit reinnehmen und konnte den auch nicht abgeben. Es gab keine Garderobe und die Türsteher waren explizit angewiesen auch keine Taschen anzunehmen. Sie schlugen vor ich solle mal bei Olivia Jones nachfragen, ob ich meine Tasche dort deponieren könne. Hätte ich machen können, allerdings gibt es auch dort keine Garderobe und keine Garantie, dass ich meine Sachen auch wirklich in einem Stück wieder bekomme. Das war mir dann doch ein wenig unsicher. Also wieder zurück zum Kaiserkeller und Arabell  Bescheid geben, dass ich nicht reinkommen kann.
Die hatte in der Zwischenzeit mit Dani von Xtra Mile gesprochen, die daraufhin dem Stagemanager Bescheid gegeben hatte, dass ich auf jeden Fall reinkommen und fotografieren darf. So ist das bei Festivals dieser Größenordnung. Da müssen nunmal Regeln her, sonst geht da alles drunter und drüber.
Dazu muss ich allerdings auch lobend erwähnen, dass jeder Mitarbeiter mit dem ich zutun hatte hochprofessionell und hilfsbereit war. Immer wurden aktiv Lösungen gesucht und wenn möglich auch gefunden. Das sollte mir an den folgenden Tagen noch öfter passieren. Die Festivalleitung setzt offenbar auf sehr klare Ansagen. Beide Daumen hoch. Das ist nicht selbstverständlich. Da bleibt man aber auch sehr gerne einfach freundlich und geduldig. Vielen Dank dafür!

Will Varley macht den Anfang

Nach dieser Odyssee soll es aber endlich um Musik gehen. Als ich reinkam stand Will Varley bereits eine viertel Stunde auf der Bühne. Der Kaiserkeller war zu diesem Zeitpunkt relativ gut gefüllt und Arabell war sichtlich glücklich, dass ihr Künstler trotz des gigantischen Überangebotes auf dem Reeperbahn Festival so viele Leute zog. Zu keiner Zeit waren weniger als 250 Leute in dem Laden. Bei Will sogar locker 400. Zugegeben da ist im Kaiserkeller noch Luft nach oben. Dennoch darf man diese Publikumsgröße als vollen Erfolg verbuchen.
Will schlug, wie immer, sehr leise und nachdenkliche Töne an. Seine Texte sind aktuell, satirisch, politisch, kritisch, witzig und berührend. Mit seiner sympathischen Art schaffte es der junge Brite problemlos das Publikum vor der Bühne festzutackern. Ein toller Start in den Abend.

 

Beans on Toast, der leicht verquere Politbarde

Mit Beans on Toast stand kurz darauf ein weiterer, mir gutbekannter Politbarde auf der Bühne. Barfuß mit seiner alten Gitarre haut der leicht verquere Singer Songwriter dem Publikum seinen harten Akzent und seinen tiefschwarzen britischen Humor um die Ohren. Er mag vielleicht nicht unbedingt zu den fingerfertigsten Gitarristen der Szene gehören, dafür sind seine Texte auf einem enorm hohen Niveau. Er kommt durch sein Auftreten zwar ein wenig verquer daher, sein Humor ist allerdings derart scharf, dass man sich an ihm die Finger abschneiden könnte. Beans on Toast ist jedes mal wieder ein Highlight.

 

Skinny Lister die neuen Shootingstars von Xtra Mile

Der Legende nach gründeten sich Skinny Lister nur um kostenlos auf Festivals zu kommen und mit den dazugehörigen Freigetränken ordentlich einen drauf machen zu können. Das Konzept zieht sich durch die Lieder und ihre Shows, wie kaum bei einer anderen Band. Party und gute Laune, Tanzen, Springen und lauthals Mitsingen sind angesagt. Und das machen sie trotz Jetlag. Was für ein Spaß.  Zum Feierabend durften Beans on Toast und Will Varley auch noch mit auf die Bühne um gemeinsam die Gäste im Kaiserkeller in die Nacht zu entlassen.
Ich freue mich schon sehr auf die Halloween Show im Knust. Sie dürfte mittlerweile ausverkauft sein, was für die Skinnies gleichbedeutend mit dem bislang größten Headliner Gig in Hamburg ist. Am 31.10.2017 wird das Knust gemeinsam mit Beans on Toast in seinen Grundfesten erschüttert werden, wenn über 600 Menschen gemeinsam mit den ewig fröhlichen Engländern singen und feiern.

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